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Tapas

Almogrote: die Käsepaste von La Gomera

Steile, grün bewachsene Berghänge im Norden von La Gomera bei Vallehermoso, im Hintergrund der Atlantik

Almogrote ist eine Käsepaste von La Gomera, einer der kleinsten Kanarischen Inseln, westlich von Teneriffa. Ein harter, lange gereifter Käse wird fein gerieben und mit Knoblauch, getrockneter roter Paprika und Olivenöl zu einer orangefarbenen Creme verarbeitet. Man streicht sie auf Brot. Sie schmeckt kräftig nach Käse, salzig und je nach Paprika mild oder deutlich scharf. Hier lesen Sie, woher Almogrote kommt, wie Sie ihn mit fünf Zutaten selbst machen, woran Sie ein gutes Glas erkennen und wie Sie ihn in Deutschland bekommen.

Zum Rezept · Gutes Glas erkennen · Kaufen · Häufige Fragen

Inhalt

Was ist Almogrote?

Auf den Kanaren zählt Almogrote zu den Mojos, den kalten Würzsaucen der Inseln. Das Wörterbuch der Kanarischen Sprachakademie beschreibt ihn als Mojo mit der Konsistenz einer Pastete, typisch für La Gomera. Eine deutsche Übersetzung gibt es nicht. Am nächsten kommt „Käsepaste“ oder „Käsecreme“, wobei Creme fast zu glatt klingt: Guter Almogrote ist leicht körnig, man spürt den geriebenen Käse auf der Zunge, und an der Oberfläche glänzt etwas Öl.

Der Geschmack kommt vor allem vom Käse. Je älter er ist, desto würziger und salziger wird die Paste. Der Knoblauch ist deutlich da, die Paprika gibt Farbe und, je nach Sorte, eine Schärfe, die erst nach ein paar Sekunden kommt. Deshalb nimmt man nie viel davon: Ein Teelöffel reicht für eine Scheibe Brot.

Herkunft: Almogrote aus La Gomera

Auf La Gomera wird vor allem Ziegenkäse gemacht, meist ein harter Käse, den manche Käsereien leicht räuchern. Lässt man ihn lange reifen, wird er so hart, dass man ihn kaum noch schneiden kann. Ihn zu reiben, mit Knoblauch und Paprika im Mörser zu zerstoßen und mit Öl wieder streichfähig zu machen, ist die naheliegende Lösung. So erklärt man sich auf der Insel die Entstehung des Almogrote.

Der Name hat einen Verwandten auf dem spanischen Festland. Im Kochbuch des Ruperto de Nola, das 1520 in Barcelona erschien, steht ein „Almodrote“: eine Sauce aus Knoblauch, Käse, Eiern und Brühe, die zu Rebhuhn serviert wurde. Ob der gomerische Almogrote direkt davon abstammt, ist nicht belegt. Die Ähnlichkeit von Name und Zutaten fällt aber auf.

Heute gibt es Almogrote auf allen Kanarischen Inseln, im Restaurant als Vorspeise mit Brot und im Supermarkt im Glas. Ein großer Teil der Gläser wird allerdings auf Teneriffa hergestellt, einige sogar auf dem spanischen Festland. Eine geschützte Herkunftsbezeichnung wie bei manchen kanarischen Käsesorten gibt es für Almogrote nicht. Auf La Gomera vergibt die Inselregierung ein eigenes Qualitätszeichen, „Alimentos de La Gomera“, für Erzeugnisse von der Insel.

Zutaten und Varianten

Die Grundrezeptur kommt mit vier Zutaten aus. Was sich unterscheidet, sind Käse, Paprika und Menge des Öls.

  • Käse: ein harter, lange gereifter Käse. Auf La Gomera traditionell Ziegenkäse von der Insel, anderswo auch Schafskäse oder Käse aus gemischter Milch.
  • Paprika: eine getrocknete rote Schote, auf den Kanaren „pimienta palmera“ oder „pimienta picona“ genannt. Sie ist länglich, dunkelrot und scharf. Wer sie nicht bekommt, nimmt Paprikapulver und eine kleine Chilischote.
  • Knoblauch: roh, meist zwei bis drei Zehen auf 200 g Käse.
  • Olivenöl: Es bindet die Paste und bestimmt, wie fest sie wird.

Im Handel finden Sie meist zwei Stufen: „suave“ (mild) und „picante“ (scharf). In manchen Hausrezepten kommt eine reife Tomate dazu. Der Almogrote wird dann weicher und fruchtiger, hält sich aber nur noch ein, zwei Tage.

Wie isst man Almogrote?

Am einfachsten auf Brot. Auf La Gomera bekommt man ihn oft mit kleinen, harten Zwiebacken oder geröstetem Weißbrot, dünn aufgestrichen. Nehmen Sie das Glas eine Viertelstunde vor dem Essen aus dem Kühlschrank, dann lässt er sich besser streichen und schmeckt runder. Weitere Ideen:

  • Zu Papas arrugadas: Die kleinen Salzkartoffeln der Kanaren werden sonst mit Mojo gegessen. Mit Almogrote schmecken sie kräftiger. Wie die Kartoffeln gelingen, lesen Sie in unserem Beitrag über spanische Kartoffel-Tapas.
  • Überbackene Champignons: Stiele herausdrehen, je einen halben Teelöffel Almogrote in die Köpfe geben und bei 200 °C etwa zehn Minuten in den Ofen.
  • Im Rührei: einen Teelöffel unter zwei Eier rühren, kurz bevor sie stocken. Salz brauchen Sie dann keins mehr.
  • Zu Gegrilltem: ein kleiner Klecks auf ein Stück Fleisch oder auf gegrilltes Gemüse, so wie man anderswo Kräuterbutter nimmt.

Auf einem Tapas-Teller passt Almogrote gut neben andere Inselspezialitäten, die man aufs Brot streicht, etwa die Sobrasada aus Mallorca.

Almogrote Rezept: So machen Sie ihn selbst

Das Rezept ergibt ein Glas mit etwa 300 g. Arbeitszeit: 20 Minuten, dazu eine Nacht im Kühlschrank. Den gomerischen Ziegenkäse bekommen Sie in Deutschland kaum. Ein gut gereifter Hartkäse aus Ziegen- oder Schafsmilch funktioniert aber gut, zum Beispiel ein Manchego „curado“ oder „viejo“. Je härter und älter, desto näher kommen Sie am Original.

Zutaten

  • 200 g harter, lange gereifter Ziegen- oder Schafskäse
  • 2 bis 3 Knoblauchzehen
  • 1 getrocknete rote Chilischote (für die milde Variante weglassen)
  • 1 TL edelsüßes Paprikapulver
  • 80 bis 100 ml natives Olivenöl extra
  • nach Belieben 1 kleine reife Tomate, gehäutet und ohne Kerne

Zubereitung

  1. Die Rinde vom Käse abschneiden und den Käse auf der feinen Reibe reiben. Ist er zu hart dafür, in Stücke brechen und im Blitzhacker zerkleinern.
  2. Die Chilischote entkernen, zehn Minuten in warmem Wasser einweichen und gut ausdrücken. Den Knoblauch schälen.
  3. Knoblauch und Chili im Mörser zu einer Paste zerstoßen. Dann den Käse und das Paprikapulver nach und nach einarbeiten. Mit dem Stabmixer oder in der Küchenmaschine geht es schneller, auch im Thermomix: in kurzen Intervallen, damit die Masse nicht warm wird.
  4. Das Öl in dünnem Strahl dazugeben und dabei weiterrühren, bis die Paste streichfähig ist, aber noch am Messer hält. Wer Tomate nimmt, gibt sie jetzt dazu und braucht etwas weniger Öl.
  5. Abschmecken. Salz ist meist nicht nötig, der Käse bringt genug mit. In ein sauberes Glas füllen, glatt streichen, mit einer dünnen Schicht Öl bedecken und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Am nächsten Tag hat sich der Knoblauch mit dem Käse verbunden.

Beim Öl lohnt sich ein kräftiges natives Olivenöl extra, etwa eine Picual. Es schmeckt im fertigen Almogrote deutlich mit. Welche Sorte wie schmeckt, lesen Sie in unserem Vergleich Bestes Olivenöl Spaniens. Selbst gemachter Almogrote hält sich im Kühlschrank etwa eine Woche, mit Tomate nur ein bis zwei Tage.

Woran Sie ein gutes Glas Almogrote erkennen

Almogrote im Glas ist nicht gleich Almogrote im Glas. Die Qualität hängt fast nur an zwei Zutaten, und beide stehen auf dem Etikett. Wenn Sie wissen, wonach Sie suchen, brauchen Sie dafür keine Minute.

  • Der Käse steht an erster Stelle: am besten mit Prozentangabe und als „queso curado“ (gereifter Käse). Steht dort „queso fundido“, Schmelzkäse oder Schmelzsalz, ist die Basis ein weicher, industriell verarbeiteter Käse. Die Paste wird dann glatt wie Streichkäse und schmeckt milder und einförmiger.
  • Das Öl: Olivenöl („aceite de oliva“) gehört ins Originalrezept. Viele günstige Gläser enthalten Sonnenblumenöl („aceite de girasol“). Das ist zulässig, schmeckt aber neutraler.
  • Kurze Zutatenliste: Käse, Paprika, Knoblauch, Öl, vielleicht Pfeffer. Konservierungsstoffe wie Kaliumsorbat und Säuerungsmittel sind in fertigen Gläsern üblich und erlaubt. Werden es deutlich mehr Zusätze, Stärke, Aromen oder Geschmacksverstärker, ist das ein Zeichen für eine sehr industrielle Rezeptur.
  • Die Herkunft: Lesen Sie, wo hergestellt wird. „Receta gomera“ oder „Almogrote gomero“ beschreibt die Rezeptur, nicht den Ort. Ob das Glas wirklich von La Gomera kommt, steht bei der Anschrift des Herstellers.
  • Der Blick ins Glas: Eine leicht körnige Masse mit etwas Öl an der Oberfläche ist ein gutes Zeichen. Abgesetztes Öl ist kein Fehler, einfach umrühren.
Orangefarbener, leicht körniger Almogrote in einem Bügelglas, dahinter ein Stück harter gereifter Käse und getrocknete rote Chilischoten

Wie lange ist Almogrote haltbar?

Ungeöffnete Gläser aus dem Handel lagern Sie kühl, trocken und ohne direkte Sonne. Das Mindesthaltbarkeitsdatum liegt meist 18 bis 24 Monate nach der Abfüllung. Nach dem Öffnen gehört das Glas in den Kühlschrank, und es sollte innerhalb von etwa einem Monat aufgebraucht sein, so empfehlen es auch Hersteller auf ihren Etiketten. Nehmen Sie immer einen sauberen Löffel und streichen Sie die Oberfläche glatt, dann bleibt eine dünne Ölschicht obenauf. Kalt wird Almogrote fest. Das ist normal, bei Zimmertemperatur wird er wieder weich.

Almogrote in Deutschland kaufen

Im deutschen Supermarkt finden Sie Almogrote so gut wie nie. Es gibt ihn bei einigen Onlinehändlern für kanarische Produkte und auf großen Marktplätzen, meist von Herstellern aus Teneriffa. Prüfen Sie dort die Zutatenliste nach den Punkten oben. Und achten Sie auf den Versandort: Die Kanarischen Inseln gehören zwar zu Spanien und zur EU, aber nicht zum Mehrwertsteuergebiet der EU. Pakete von dort gehen durch den Zoll, das kann dauern und zusätzliche Kosten verursachen.

Almogrote kommt bald zu uns in den Shop. Wir wählen die Gläser nach denselben Punkten aus, die Sie oben gelesen haben: gereifter Käse, Olivenöl, Herstellungsort auf dem Etikett. Die Gläser sollen aus einem Lager auf dem spanischen Festland kommen, damit beim Versand nach Deutschland kein Zoll anfällt. Wenn Sie möchten, tragen Sie sich in die Warteliste ein. Wir schreiben Ihnen, sobald Almogrote bestellbar ist.

Warteliste

Almogrote von La Gomera, bald bei uns

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Häufige Fragen

Was heißt Almogrote auf Deutsch?

Ein deutsches Wort dafür gibt es nicht. Am treffendsten ist „kanarische Käsepaste“: geriebener, gereifter Hartkäse mit Knoblauch, roter Paprika und Olivenöl. Auch in Deutschland sagt man einfach Almogrote.

Wie spricht man Almogrote aus?

Al-mo-GRO-te, mit der Betonung auf der vorletzten Silbe. Das „g“ wird gesprochen wie im deutschen „grob“, das „e“ am Ende kurz und offen.

Welcher Käse eignet sich für Almogrote?

Ein harter, lange gereifter Käse, am besten aus Ziegen- oder Schafsmilch. Auf La Gomera ist es der Ziegenkäse der Insel. In Deutschland nehmen Sie einen alten Manchego oder einen anderen gereiften Ziegen- oder Schafshartkäse. Junger, weicher Käse ergibt eher eine Käsesauce als einen Almogrote.

Ist Almogrote scharf?

Das hängt von der Paprika ab. Im Handel gibt es eine milde Variante („suave“) und eine scharfe („picante“). Selbst gemacht bestimmen Sie die Schärfe mit der Chilischote, ohne sie bleibt nur die milde Würze von Paprikapulver und Knoblauch.

Was ist der Unterschied zwischen Mojo und Almogrote?

Mojo rojo und Mojo verde sind flüssigere Saucen aus Paprika oder Kräutern, Knoblauch, Öl und Essig, die man über Kartoffeln gibt. Almogrote enthält statt Essig vor allem Käse. Er ist dadurch fest genug zum Streichen und schmeckt deutlich käsiger.

Muss Almogrote in den Kühlschrank?

Ungeöffnete Gläser aus dem Handel nicht, sie stehen kühl und trocken im Vorratsschrank. Ausnahme sind Gläser, auf denen „refrigerado“ oder „gekühlt lagern“ steht. Nach dem Öffnen und selbst gemacht gehört Almogrote immer in den Kühlschrank.

Titelbild: Liisbet Luup / Pexels

Fotos: Liisbet Luup / Pexels; Soront / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0, Ausschnitt

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